Unfrequent Shanghai News: Kind of Cool

August 3rd, 2009, 11:52 by ra-dreher

Werte Leserschaft,

ein nach hiesigen Standards eher gemaessigtes Wochenende, keine grossen Eskapaden, wenn wir von Freitagabend absehen und das Wochenende groesstenteils mit dem Umzug verbracht. Dennoch die Top 5 Liste der Wochenenderlebnisse:

 5. Nach einer zehnminuetigen Belatscherung durch die Bedienung, ob eines Fehlers ihrerseits bei der vierten Eingabe unserer relativ einfachen Bestellung und dem Hinweis, dass wir es a) nicht nachvollziehen koennen, ob wir ihr nun doch 5 Kuai mehr schuldig sind als unser  Bon ausweist oder nicht und es und b) auch wegen gestohlener Lebenszeit egal ist, fuer den zweiten Kaffee des Tages in mein Stammcafe eingekehrt. Von Anna mit einem Laecheln und der bereits eingegebenen  Bestellung begruesst, die wie immer 28.8 RMB fuer einen Da Bei Latte Extra Shot stehen. Schoen zuhause zu sein, selbst wenn es bedeutet, dass man sich auch Sonntags im Buero herumtreibt

4. Kuehlschrank gereinigt
Per se nicht so erwaehnenswert, aber allein der Umstand hierfuer mal wieder Zeit und Musse zu haben, spricht fuer ein langweiliges und somit mehr als erholsames Wochenende

3. Tatort-Double Feature
Der Tatort-Shanghai traf sich im Rahmen der Aktion “Meet the Members” bei Chips, Salzstangen und fuer mich Erdinger Alkoholfrei in Minhang. Lange Anfahrt durch den Regen. Gemuetliches Sonntagabend-Relikt gleich im Doppelpack (Bremen und Frankfurt -> Seit wann spielt Frau Sawatzky dort nicht mehr?)

2. Shanghai Rain
Man mag es verkrampften Zweckoptimismus nennen, doch selbst bei einer Top 3 Liste haette die Fahrt nach Minhang es hineingeschafft: Vierspurige Strassen komplett geflutet, Taxen gleichen Amphibienfahrzeugen in weiter See. Unfassbar

1. Kind of Blue by Night

Fahrt bei offenem Fenster durch das naechtliche Shanghai, der Regen hat aufgehoert doch Strassen glaenzen noch fett und auf dem Kopfhoerer das legendaere Kind of Blue Album von Miles Davis. Auch wenn es pathetisch klingt und die Verbindung so nahe liegt wie das Begriffspaar Dienstwagen und Affaire, so war ich doch erschuettert, wie gut diese Musik zu Shanghai bei Nacht passt.



Result

August 2nd, 2009, 05:00 by ra-dreher
2009年北京国际铁人三项洲际杯赛暨全国铁人三项冠军杯系列赛

 

Nicht wirklich beeindruckend und der 44. Platz bezieht sich nur auf meine Altersgruppe, aber angesichts des technisch deutlich fordernden Kurses mit ettlichen engen Kurven, 5 Fahrten durch die Transition-Zone und diesen fiesen Anstiegen bin ich halbwegs zufrieden :-)  

Gruss in die Runde

 Die Spocht-Redaktion

P.S.> Der 44. Platz bezieht sich dann doch nur auf meine Altersgruppe :-)



Unfrequent Shanghai News: Umzug

August 1st, 2009, 12:27 by ra-dreher

Liebe Freunde des gepflegten Kulturaustauschs,

wer nicht jemals in lohnabhaengig versklavt sein Dasein in einem Buerojob gefristet hat, wird die kindliche Freude ob meines heutigen Umzugs ein ein groesseres Cubicle verstehen. Mein vierter Schreibtisch in weniger als vier Jahren doch diemal innerhalb der Etage und lediglich 20 Meter weiter. Klingt nach wenig, doch waehrend in der Ferner der soziale Aufstieg in Form des Eckbueros beziehungsweise der Anzahl an Fenstern gemessen wird, so mag des diejenigen die noch keine Besprechungsecke, Bar und Fernseher an ihrem Arbeitsplatz vorfinden beruhigen, dass euer treuer Berichterstatter gerade erst den Schritt von fensterlos zu Buero mit Aussicht geschafft hat!

Ehe gutmenschelnde Leser nun lauthals Pfui skandieren und das Schicksal der Redaktion unter einem gluecklichen deutschen Freilandhuhn ansiedeln, gleich die Anmerkung, dass es so schlimm nun auch nicht war. Schliesslich wurde mir anlaesslich unseres letzten Umzugs vor einem Jahr ein relativ grosses Buero und das einzige mit einem Feuerloescher
(sic! I’m hot, tzzzzzzzzz) ausgestattete Buero zugeschanzt. Der einzige Hacken war halt, dass es kein eigenes Fenster hatte sondern sich nach rechts ueber eine Stellwand hinweg ab Kopfhoehe ein wenig Blick ins Freie auftat. War gar nicht uebel. Scheints nach einem Jahr Bewaehrungszeit in welcher eurem Autor der Nachweis gelang, dass er sich als Lao Wai halbwegs zu benehmen weiss und eher selten mit brennender Kippe inner Hand ins Lunch-Koma verfaellt, war es gestern doch soweit, und man hat mir ein neues, frei gewordenes Buero zugeschanzt, welches wie gesagt nicht nur groesser ist und ueber ein Fenster verfuegt. Nur einen Feuerloescher habe ich nicht mehr, was meinem Helferssyndrom als Rettungstaucher allerdings nicht im Wege steht.

 

Statistik:

Anzahl der brauchbaren Regenschirme, die beim Ausmisten des alten Bueros auftauchten: 7 (plus ein demoliertes Model)

Anzahl der brauchbaren Regenschirme, die ich letztlich zu Hause gefunden habe als es mal wieder regnete: 0

Preis eines Regenschirms den nette Menschen einem bei den ersten Tropfen auf der Strasse andienen: 20 RMB (1,90 Euro)

Hoehe des Stapels an entsorgten Prospekten, Zeitschriften und anderem Papiermuell: 80 cm.

Zeit, die ich heute (Samstag) bei der Bank warten musste bis ich dran war: 0 Sekunden! Absoluter Rekord, mein Tag!

Zeit die ich fuer den Triathlon brauchte: Immer noch unbekannt, da ich die RAR-Datei der im Internet veroeffentlichten Ergebnisse nicht oeffnen kann. Fuer diejenigen Leser, die sich zur Zeit vielleicht zufaellig auf Hainan langweilen hier der Link: http://triathlon.sport.org.cn/xhgg/2009-07-25/258515.html (ganz rechts!)

In diesem Sinne: schoenes Wochenende!

die Redaktion



Unfrequent Shanghai News: Transvestites in Transition

July 27th, 2009, 12:28 by ra-dreher

Liebe Leserinnen und Leser,

 

Sommerpause ist uns ein Fremdwort, im stets unermuedlichen Einsatz fuer die Kurzmeldung ging es  fuer Euren im Wortsinne rasenden Reporter am Wochenende mit dem Nachtzug nicht nach Lissabon sondern ins schoene Beijing. Diesmal auf der Spur des olympischen Goldes von Jan „Frodo“ Frodeno, unserem deutschen Goldmedalliengewinner ueber die olympische Distanz in  Beijing 2008. Da die behandlung des triathletischen Fussvolks nicht ganz so organisiert verlaeuft wie die der Elite-Gruppe, mussten wir uns privat um die Details kuemmern, was aber dank des Shanghaier Triathlon Clubs (noch ein Verein, dem ich mich auch ohne satzungsmaessigen Beitritt zurechne) kein groesseres Problem war (Vorsicht: No problem in Chinese means BIG problem). Doch langsam:
 

Der Nachtzug gehoert meineserachtens zu den voellig verkannten Fortbewegungsmitteln fuer den klassischen Beijing-Ausflug. Zwar sind die Billetpreise fast genauso hoch wie fuer guenstige Flugtickets (zwischen 50 und 75 Euro, je nachdem, ob man schnell oder langsam durch die Nacht rasen moechte und ob man lieber oben oder unten liegt, was keine der bekannten Anzueglichkeiten ist, im 4-Bett-Abteil sind die oben gelegenen Kojen tatsaechlich teurer!), doch spart der Viertelschwabe bereits an der Taxifahrt, da der Bahnhof schneller und guenstiger zu erreichen ist. Aber der eigentliche Gewinn liegt in Zeit- und Uebernachtungskosten!  Denn waehrend man bei der Flugreise die Wahl hat sich bereits am Vorabend aufzumachen und seinen Restabend an einer schummrigen Hotelbar zu verbringen, was schlecht fuer den Zahnarzt ist, der bei solchem Freizeitverhalten wenig Aussicht hat einem Gold in den Mund zu nageln, oder man verbringt den Abend an heimischen Trinktroegen, quaelt sich meintewegen mit Kopfschmerzen am naechsten Morgen zur ersten Maschine aus dem Bett und kommt dennoch erst kurz vor Mittag miesepetrig in Beijing Zentrum an. Anders der passionierte Zugfahrer: um 21.13 faehrt der Zug puenktlich ab (wir reden explizit ueber China!), von der staendig dudelnden Zugbegleitmusik bereits eingelullt verstaendigt man sich mit seinen Mitreisenden darauf das Licht auszumachen und in saubere Laken gehuellt schlaeft  man vom Rattern der der Schienen und von Umweltengeln bespielten Harfen den Schlaf der Weltenretter und kommt am naechsten Morgen um 7 Uhr erholt am Hauptbahnhof Beijing an. Sofern nicht der Abteilnachbar Atemstoerungen begleitet von heftigem Schnarchen leided (von anderen Geraeuschen und deren olfaktorischer Nebenwirkung will ich gar nicht reden).
 

Also vielleicht nicht ganz so gut erholt aber immerhin fuer alle Schandtaten bereit kamen wir also Morgens in Beijing an. Mein Freund der Polizist, der mir noch 200 ob eines Wutanfalls ueber den vergeblichen Versuchs den kompletten Reisepreis fuer eine Fahrkarte erstattet zu bekommen, einen freundlichen Klapps auf den Hintern gab, war leider nicht aufzufinden. Ich bin sicher er ist seinen Weg gegangen.
 

Wir gingen unseren und der fuehrte nach der Vereinigung mit ca. 20 Mitstreitern des STC und zwei Stunden Wartezeit auf den Bus und weiteren 1.5 Stunden Fahrzeit mit dem Bus in das schoene Beijing Subway Hotel. Woher dieses seinen kreativen Namen bezog ist weiterhin unbekannt. Es gab im weiten Umkreis weder eine U-Bahn noch eine Fastfood-Restaurant, welche diesen vielleicht gerechtfertigt haette.
 

Nachmittags liebevoll das Rad zusammengebaut und erstmals den Eindruck, dass man damit Eindruck schindet. Anders als auf Bintan starten die meisten Chinesen bei dem Event mit klapprigen alten Rennraedern. Die haeufigste Beschaeftigung des Reparaturshops scheint mir die Demontage von Einkaufskoerben und Parkstuetzen zu sein. Hier waere ich wahrscheinlich mit meinem Mountainbike und den Crocks nicht weiter aufgefallen!
 

Das Racebriefing fand, wie es eigentlich nicht anders zu erwarten war, ausschliesslich auf Chinesisch statt. Warum auch hat man den Titel International ITU Triathlon gewaehlt (Anmerkung: mit Feng Shui und allen Yings und Yangs in Einklang dagegen der Titelsponsor: Red Bull, und dass im Jahr des Rinds, da kann ja eigentlich nichts schief gehen). Bis zum Schwimmen!
Aber der Reihe nach.
 

Da die Registrierung bereits einige mittlere Diskussionen hinsichtlich meiner Befaehigung zu Schwimmen und der allgemeinen Sporttauglichkeit aufwarf (chinesischen Teilnahmeurkunden dienen als Nachweis, aber meine Bintan-Urkunde mit Photo wurde kritisch beaeugt, koennte ja eine stumpfe Faelschung sein. Auch wenn ein Gesundheitsnachweis allgemein Sinn machen wuerde, warum hat mir das niemand vorher gesagt und warum unterschreibe ich dann zig Verzichterklaerungen die man mir zudem nur auf chinesische vorlegt). Also aufgrund gemachter Erfahrungen bei der Anmeldung nochmal kritisches Studium des offiziellen Begleithefts. Welches zu 90 % auf chinesisch formuliert ist. Diese Kritik  –zur Klarstellung- ist m.E. valid, andererseits gibt es tatsaechlich nur so wenige auslaendische Teilnehmer, dass selbst meine Wenigkeit zweimal im chinesischen Fliesstext auftauchte („Achten Sie auf diesen Mann!“).
 

Also, ich merke, die Ereignisse sind noch sehr praesent und aufwuehlend, vielleicht weht sich mein Innerstes auch gegen das was nun kommt:  Also, Augen zu und durch, beziehungsweise vorher nocheinmal zur letzten Sicherheit und der Ueberraschungen wegen ein Blick ins Regelverzeichnis: Alle Teilnehmer haben waehrend des gesamten Rennens die Brust bedeckt zu halten – dies gilt auch fuer die Schwimmstrecke. Wie? Goennt man mir nunmehr noch nicht einmal die wenigen Haare die ich mein eigen nenne zu zeigen? Bin ich ein Maedchen oder was? Doch die Dame vom Veranstalter insistiert und nun stehe ich da! Erstmals bei einem Triathlon an alles gedacht, Helm, Schuhe, kein Thema, meine Badehose aus dem Material, mit welchem zur Zeit ein Schwimmweltrekord nach dem anderen geknackt wird, aber nachdem die Regeln auf Bintan das Tragen von Schwimmanzuegen verboten, barbusig! Und nun?
 

Man kann mir vorwerfen, dass ich nach dreieinhalb Jahren China immer noch nicht verstanden habe, am Ende des Rennens bin ich schlauer, aber zuerst mal raus an den einzigen Haendler, der entweder diese bescheuerte Klausel zu verantworten hat oder von seinem Absatz an Triathlon-Einteilern selbst uberrascht war. Den letzten Schwimmanzug erhalten, mich ueber den Preis von 6 Euro gefreut und entsprechend nur kurz hinterfragt, ob die Dame wirklich meint, dass ich XL brauche. Danach die erste Proberunde mit dem Rad und nicht mehr weiter geaergert. Haette ich mal besser, denn  so merkete ich erst am naechsten Morgen um 6.30 Uhr, dass es sich bei dem Model recht offensichtlich um einen Damenbadeanzug handelte (nein, er war nicht rosa und hatte keinen Ausschnitt, aber der Zuschnitt war dann doch recht eindeutig). Was tun? Nun, das Regelwerk zwang mich dazu in den sauren Apfel zu beissen, so dass ich mich mit Muehe, aber Erfolg und einem zugegebenermassen formgebenden Ergebnis in das Teil hineinzwaengte (Wurstpelle und Badeanzug sind im chinesischen uebrigens ein Schriftzeichen!). Erstmals uebrigens froh um die im allgemeinen eher dezente Oberweite der Otto-Normal-Chinesin und dass der Zuschnitt der Badeanzuege nicht nur dies, sondern auch die Besonderheiten der chineschen Damenmannschaft beruecksichtigte J).
 

Um 7 Uhr dann leicht verkniffen und nicht wirklich ueberzeugt davon, dass dies ein guter Tag wird, mit dem Fahrrad zur Rennstrecke. Der Schwimmteil fand am Fusse eines Staudamms in sehr pitoresker Umgebung statt. Die Transition-Zone erstreckte sich auf der gesamten Breite des Damms, auf der Gegengeraden befanden sich dann die Zuschauerraenge, Pressetribuene, Doping-Kontrolle (!) und Athlete’s Lounge. Danach ging es dann gleich einen Steilhang hinauf mit dem man die ca. 25 Meter Hoehenunterschied zur Strasse und Dammkrone ueberwinden musste. Diesen Anstieg sollte ich bei insgesamt 5 Fahrradrunden und vier Laufrunden noch besser kennen und hassen lernen.

Doch zunaechst kam die Schwimmstrecke, die Vor- und Nachteile hatte. Vorteilhaft war, dass ich beim Aufwaermen doch noch den ein oder anderen Menschen in der klassischen Badehose ausmachen konnte. Dies gab zu der Hoffnung Anlass, dass das Zeigen einer Sean-Connery-esken Brust nicht zur sofortigen Disqualifikation fuehrt. Also zum Schwimmen traeger runter und den oberen Teil meines Transvestitionsvehikels nach unten gewickelt. Nicht unbedingt formschoen und aquadynamisch ein Graus, doch der wahrscheinlich jedem Triathleten innewohnende Macho fuehlte sich besser (gar nicht zu sprechen von drohenden  „Bikini’-Streifen am Ruecken). Am Ende fehlte mir allerdings meine Superbadehose mit Spezialbeschichtung fuer ermuedungsfreies Paddeln dank kuenstlichem Auftrieb, jedenfalls waere ich beim Schwimmen schier untergegangen. Lag vielleicht auch am fehlenden Training und dem Umstand, dass Salzwasser nun mal doch besser traegt als Suesswasser in einem Stausee.
 

Ging aber. Und der Rest ist Geschichte:
 


 

Beijing Triathlon 09.JPG 

 

 

 

 

 

 

 

 

In diesem Sinne
 

 

P.S.> Die Hoffnung, dass ich es ob der geringen Anzahl auslaendischer Teilnehmer schaffe mich als schnellster Deutscher auf den Podest zu schmuggeln und somit ins Glied zu Gott Frodo einzureihen, wurde von einem augenscheinlich deutschen Mitlaeufer zerstoert, der nicht nur deutlich schneller war, der zudem noch den Mut eine weisse-Badekombination trug, was meine kleidungstechnische Notloesung was grosses Kino anbetrifft um Laengen schlug.  

P.P.S> Zeiten werden nicht untderdrueckt, sondern sind noch nicht veroeffentlicht



Unfrequent Shanghai News: Die Welt geht unter….

July 22nd, 2009, 02:46 by ra-dreher

oder zumindest verdunkelt sie sich. 22. Juli 2009, 9 Uhr 41 am Morgen und es ist rabendunkel in Shanghai. Nach 300 Jahren eine totale Sonnenfinsternis, nicht die teilweise Verdunkelung der wir 1999 auf der Suche nach dem perfekten Blick hinterhergejagt sind. Shanghai steht still. Fast alle Kollegen sind draussen um sich das Spektakel anzusehen beziehungsweise haben sich schon fruehzeitig egal wo, hauptsache Terasse einquartiert um den Moment zu zelebrieren. Nur ein einsamer Reporter sitzt in seinem Kubikel um der Welt Bericht zu erstatten. Nunja. ich hatte nicht erwaehnt, dass Regen auch bei Sonnenfinsternis geht und der Himmel sowieso total verhangen ist, so dass die Verfinsterung an sich nicht so spektakulaer ist. Dennoch, stehts zu Diensten…..

 Die Redaktion 



Schoen,…..

June 12th, 2009, 04:49 by ra-dreher

dass mir die neue Buero-Ayi beim taeglichen Rundgang mit dem Obst immer noch heimlich eine Banane zusteckt. Frage mich, ob dies an neu-hinzugewonnenem Status liegt oder einfach nur daran, dass die Sport-Diaet in Kombination mit der partytechnischen Drei-Tage-Woche endlich Wirkung zeigt und sie der Meinung ist, ich koennte mehr Nahrung vertragen.

Uebrigens ist dies gerade bei westlichen Kleinkindern ein bekanntes Phaenomen. Ich selbst sass schon mit Connor, damals vielleicht sechs Monate alt und ein suesser Wonneproppen, in einem Restaurant, waehrend die Gaeste am Nebentisch sich darueber unterhielten, dass der Kleine ja wohl ein wenig “skinny” sei. Fuer Chinesen muss ein Kind dick sein, um als gesund zu gelten. Nur so erklaert sich auch der Umstand, dass die lokalen Babymilchprodukte durchgaengig gesuesst werden.

In fortgeschrittenem Alter ist dies leider nicht mehr so und die betroffene Frage einer Kollegin, warum man das Stretch-Polo denn in Medium bestellt habe, hallt noch in meinen Ohren.

Heute mittag Sport und danach keine Banane!

China-Man  

 



Colognialisierung Shanghai’s

June 12th, 2009, 04:42 by ra-dreher

Liebe Leserinnen und Leser,

die Ausweitung des Tatort-Clubs auf ein oeffentliches Format mit Public Viewing war das erste Zeichen, auch wenn wir bei unseren bisherigen Treffen leider noch keinen Koeln-Tatort gezeigt haben, doch dass gestrige Erlebnis in meinem Fitnessstudio bestaetigt endgueltig, dass der Shanghainese im Grunde seines Herzens Koelner ist. Oder koennte es andere Gruende geben, dass das Bauchtanztraining von einem enthusiastischen jungen Mann geleitet wird (komplett mit Sari, Schellenguertel etc.).

 Auch die ueberregional als phaenotypische Eigenschaft des Shanghainesen bekannte Bereitschaft Damenhandtaschen zu tragen bestaetigt dies.

 Die Unfrequent Shanghai News freuen sich, dass es in Shanghai diesen Monat die erste Pride Week Chinas gab und fuehlen sich mehr und mehr zu Hause.

 Schoenes Wochenende

 Euer China-Man

 

 



Top 5: Things that make China special

June 9th, 2009, 07:44 by ra-dreher

- Restaurants where you require a password to get in (people7) or  that keep it simple and call themselves “Closed Door” (and keep it this way)

- Grown up man wearing suits and having a little Mon-ChiChi attached to their smartphone

- The guy that spends every second night at the corner to our compound to separate wheat from the chaff (next to six-lane-traffic)

- That Industrial Bank of China is not able to make an intra-bank transfer from its Shanghai branch to its Beijing branch whereas FedEx can deliver a bike within three days from New York to my office (ordered Friday evening / delivered Tuesday morning!)

- 15 milion people but you always meet again!



Nachtrag zu Fakes die die Welt nicht braucht

April 21st, 2009, 10:20 by ra-dreher

Liebe Leserinnen und Leser,

im Nachgang zu unserem gestrigen Beitrag die Erkenntnis, dass es noch Gerichtigkeit auf dieser Welt gibt.

Zum 1.: Wie uns unsere transsylvanische Gerichtsreporterin mitteilte, war der Fall der gefakten Rocher-Pralinen bereits am Suprime Court wegen unlauteren Wettbewerbs anhaengig. Dem Hersteller des Originals (die edle Dame, welche bereits fuer die drei Musketiere die leckeren Haselnussknusperwaffeln zauberte) wurde Recht gesprochen. Leider bewahrheitet sich hiermit wiederum die alte Juristische Weisheit: Recht haben und Rocher bekommen sind zwei Dinge!

Doch zum 2. und hierbei kann es sich nur um eine Fuegung des Schicksals handeln, hatte die Redaktion heute einen Termin mit einem chinesischen Besucher aus Hamburg. Als Gastgeschenk brachte dieser eine goldig glaenzende Box frischer Rocher mit. Auf den wie ueblich unabhaengig-distanziert-kritischen Blick Eures Autors versicherte der Gast glaubhaft, diese edle Gabe am Muenchner Flughafen erstanden zu haben.

Mmpf, hjam, dies wurde in einem erneuten umfangreichen Selbstversuch bestaetigt.

Beste Gruesse in die Welt

 

 



Unfrequent Shanghai News: Fakes die die Welt nicht braucht oder ich geb mir die Kugel

April 20th, 2009, 12:16 by ra-dreher

Werte Leserschaft,

 

Nach dem vorangegangenen Seitenfueller hier ein kurzer Beitrag von der Fake-Front:
 

Vor ein paar Wochen hatte ich das Vergnuegen unter anderem gemeinsam mit einem italienischen Anwalt einen Vortrag zu halten. Ich gebe es ungern zu und moechte es auch nicht als Eingestaendnis einer persoenlichen Niederlage gewertet wissen, doch seine ESQ war besser, wobei ESQ als in der shanghainesischen Sprecherszene feststehender Begriff die Einschlafquote im Publikum beschreibt. Ein weiterer Perimeter zur Akzeptanzbestimmung eines Themas/Referenten sind der CTF (call take factor, Anzahl der waehrend des Vortrags eingegangenen Anrufe im zu den beantworteten Anrufen multipliziert mit den Metern die sich der Zuhoere zwecks Durchfuehrung des Telefonats aus dem Raum bewegt). Bei letzterem gibt es besondere Abzugswertungen fuer Conference Calls und Telefonate zwischen Zuhoerern, doch wir schweifen ab. Dem Kollegen gelang es also die Zuhoerer eher zu begeistern, wobei mein Vortrag ueber „The latest Developments in the Chinese Withholding Tax System) bisher noch auf jeder Geburtstagsparty und insbesondere bei den netten jungen Chinesinnen in der Bar Rouge fuer Begeisterung sorgten.

Worum ging es also bei dem geschaetzten Co-Referrenten: Intellectual Property.

Vulgo: Fakes und Faelschungen. Ein Gassenhauer, denn man muss nur ein bisschen aus dem Naehkaestchen plaudern, ein paar Gucci-Originale mit entsprechenden Kopien vergleichen oder die guten alten Schuhe mit den drei Streifen und dem Puma-Schriftzug rausholen. Was Legal Groupies anbetrifft sind die IP-Rechtler mithin die Rolling Stones unter den Wirtschaftsanwaelten (weit abgeschlagen dagegen die Arbeitsrechtler, aber das hat andere Gruende J). Also Grund genug, in diesem Forum auf den fahrenden Zug (vielleicht sogar einem lokal gefertigten Transrapid) aufzuspringen und eine neue Rubrik ins Leben zu rufen:


 

Fakes die die Welt nicht braucht!
 

Begonnen soll die Geschichte mit einer tip-top-aktuellen Nachricht. Sie ist noch wenige Stunden alt und liegt noch immer in Form eines kleinen roten Saeckchens auf meinem Tisch. Gemeinhin werden diese Saeckchen/Paeckchen etc.  zur Hochzeit oder Geburt eines Kindes unter den Kollegen verteilt. Wir hatten hierueber und ueber meine zwischenzeitlich entsorgte Sammlung plastikverpackter Sol/Tee-Eier bereits an anderer Stelle berichtet. Als positiver Trend der Verwestlichung der Chinesen ist zu werten, dass gemeine Teeei von Suessigkeiten abgeloest wurde. Wenigstens habe ich schon eine Weile keins mehr bekommen. Heute also erreichte Euren stets nach Suessigkeiten geluestenden Berichterstatter ein weiteres Paeckchen. Darin enthalten zwei gueldene Kugeln, welche beim Autor, einem Kind seiner Zeit, gleich einem pavlovschem Hund nicht nur den Speichel in die Mundhoehle sondern zeitgleich den Werbespruch „Ich geb mir die Kugel“ ins Hirn jagte. Fuer unsere Leser die vor 10 Jahren nicht als werberelevante Zielgruppe galten (und unsere Freunde aus dem Osten der Republik J) der Hinweis, dass seinerzeit mit diesem Spruch Rocher-Pralinen beworben wurden. So sass also Euer Beobachter heute an seinem Schreibtisch und freute sich angesichts der nahezu perfekten Goldkugeln (in passendem braunem Tuellkleidchen) auf den bevorstehenden Schokoladengenuss. Doch bereits mit dem Entkleiden der bei weitem nicht unschuldigen kleinen Kugel, die bei naeherer Betrachtung noch nicht einmal perfekt gerundet war, trat der Schock ein: SESAM!! Sesam statt Haselnuessen, ja wo simma denn hier? Ich will es in aller Deutlichkeit sagen: Ab hier hatte die Sache nichts mehr mit Spass zu tun und es war klar, dass die Sache nicht gut enden wuerde. Nur im unbedingten Willen hier und jetzt die Wahrheit herauszufinden, biss sich euer Held durch eine fade Waffelschicht, durch broeckelig-oelige Schokolade um sodann vorsichtig, auf alles gewappnet und dennoch kalt erwischt, auf eine Erdnuss !!) zu stossen. Weiter will ich mit Ruecksicht auf zartbeseitete und jugendliche Leser nicht berichten.
 

Wer also zukuenftig ueber gefakte Markenprodukte nachdenkt, sei hiermit gemahnt: Levis ist nur der Anfang! Haltet ab davon und kauft echte Produkte (mit echten Erdnuessen und Piermont-Kirschen).
 

In diesem Sinne, ich muss nach Hause um DVD’s zu schauen.
 

 

Die Redaktion
 

P.S.> Der Anwaltskollege hat seinen Vortrag uebrigens um einen Fall aufgebaut, in welchem es um die dreiste Kopie eines MAN-Busses ging. Busse, mag nun der eine oder andere Leser sagen, sind mir so egal wie Medikamente und Bremsscheiben, doch denkt an die gefakten Pralinen!!!!!!!