Unfrequent Shanghai News: Liebes Tagebuch……

Mögen in der Vergangenheit dem Irrtum unterlegen sein, dass das Leben in China einem Ponyhof gleichkäme, euer Autor im steten Wechsel zwischen Champagnerbrunches und Ballsaison verweichliche. Weit gefehlt! Allen Spöttern in der Heimat sei es ein für allemal ins Stammbuch geschrieben. Mit Ausnahme des Umstandes, dass man hier rein gegraphisch nicht in Versuchung kommen kann sich selbst der Selbstkasteiung eines Heimspiel des FC auszusetzen, ist dies hier definitiv kein Kindergeburtstag. Wer hieran noch Zweifel hegt mag nach dem Studium der nachfolgenden Zeilen, welche schonungslos und  offen Rechenschaft ueber den Redaktionsplan der vergangenen beiden Wochen geben, eines Besseren belehrt sein.
 

 

Freitag, 3. April
Normaler Arbeitstag allerdings gegen Abend Stress. Zum wiederholten Male den intern als Six-0-One bezeichneten Freitagsumtrunk beizuwohnen. Stattdessen vom Buero aus mit dem oeffentlich-privaten Nahverkehr, Metro Linie 1 und 2 und dem Transrapid in Richtung Pudong-International Airport. Als menschliches Beispiel des Just-In-Time-Delivery exakt 3 Minuten vor Schliessung des Terminals fuer den Flug nach Guilin eingechecked. Eiliges Durchwandern der Sicherheitskontrollen und Zusammentreffen mit der Big-Force-Reisegruppe. Laestige Paparazi stellen sich bei naeherer Betrachtung als mitreisende und ueberhaupt nicht laestige Mitbewerber heraus. Ankunft in Guilin, als touristische Attraktion ueberregional bekanntes Reiseziel im Sued-Westen Chinas, genauer Guangxi-Provinz. Einchecken im Sheraton Hotel nach einer im Nachhinein selbst fuer die muttersprachlichen Chinesen nicht nachvollziehbaren Disput mit dem Taxifahrer.
 

Samstag, 4. April
Der Traum des entspannten Wochenendes endet spaetestens mit dem Blick aus dem Fenster. Gibt es Stalkende Kummuluswolken? Wenigstens brachte der Versuch dem dreiwoechigen Dauerregen in Shanghai zu entfliehen lediglich eine Erwaermung des Niederschlags um 5Grad Celsius. Entsprechend waren die Bilder in den zwei Stunden entfernten Reisbergen austauschbar mit den im Maerz entstandenen Bildern (Flagge der Guangxi-Provinz: Nasser Tourist vor weissem Grund).
Belohnung des Durchhaltevermoegens (auch hinsichtlich des 17 Statements von Es gibt kein schlechtes Wetter…..): Kurzes Aufklaren der Wettersituation und freier Blick auf die Reisterassen. Beeindruckend und ……vorbei und immer noch nass. Vorteil: Die fuer die Wanderung veranschlagten sechs Stunden entsprachen chinesischen Massstaeben, so dass wir nach 3 Stunden durch waren. Die als lokale Spezialitaet angepriesene Reisnudelsuppe entpuppt sich als saettigend und mit entsprechendem Chili-Anteil waermend. Wie koennte ein normal denkender Mensch bei diesem Wetter an Sonnenschutz denken.
 

Nachmittags: Zur freien Verfuegung, die aufgrund des andauernden Regens hotelintern genutzt wurden.
 

 

Sonntag, 5. April
Weiterfahrt nach Yangshuo. Lokal organisiert und endlich stellt sich das Gefuehl ein als Chinese akzeptiert zu sein. Wer dies kuerzer haben moechte, suche sich 50 Mitstreiter und statte alle mit orange-roten Muetzen aus, fuer die eine Tragepflicht besteht. Um in dieser Aufmachung nicht versehentlich fuer einen Niederlaender gehalten zu werden, sollte man zudem alle drei Minuten sein Handy ans Ohr reissen und mit mind. 95 Dezibel „Wei……Wei………Wei“ bruellen. Vorteilhaft, wenn man am Vortag nicht zum inzwischen 4. Mal sein Telefon in einem Bus/Taxi oder sonstwo liegengelassen hat. In letzterem Fall muss man sich anders zu helfen wissen. Doch um den Lerneffekt hinsichtlich der Telefonumsicht nicht zu gefaehrden, soll dies nicht verraten werden.
 

Muehsames Einchecken auf dem Seelenverkaeufer und entspannte Fahrt durch die faszinierende Karstlandschaft zwischen Guilin und Yangshuo. Vorsatz beim naechsten Mal bereits zum Fruehstueck den ein oder anderen Reisschnaps zu mir zu nehmen, um dann hoffentlich mehr als 2 kuemmerliche Pferde aus der Felszeichnung „9 Pferde“ zu erkennen. Weiter geht es und endlich lohnt sich die Fahrt auch finanziel, denn man kommt an der Stelle vorbei, die auch auf dem 20-RMB Schein abgedruckt ist. Fehlt also nur noch die Kamera und ein entsprechender Farbdrucker…..
 

Nachmittags Ankunft in Yangshuo, einem immer noch ueberschaubaren Staedtchen mit dem vollen Backpacker-Angebot von Caffee China bis zum Ozzi-Pub. Fuer den Abend Gruppenbesuch des Liu San Jie Spektakels bei welchem der fuer die Eroeffnungsfeier der olympischen Spiele 2008 verantwortliche Zhang Yimou Regie fuehrte. Die Show lebt von der Einbindung der umliegenden Karstberge und den hunderten Darstellern aus den umliegenden Doerfern. Schade, dass es zwischenzeitlich zu Regenen aufgehoert hatte. So haben sich die in die VIP Tickets investierten 450 RMB nur insoweit gelohnt, als dass man Tee, Dateln und anders Naschwerk serviert bekam und die anderen Zuschauer sich dachten: Uih, schau mal dieTouristen geben so viel Geld fuer die gleiche Show aus oder Uih, schau mal Prominente. Egal.
 

Hatte im Uebrigen Guilin am Vorabend noch Zurueckhaltung was die Amuesiermoeglichkeit anbetraf gezeigt, so pulsierte das naechtliche Yangshuo mit bizarren Diskobuden und Menschenmassen auf der Strasse.
 

 

Montag, 6. April
Die Sonne scheint! Drei Wochen dauerhafter Regen,  wer freut sich da nicht……und vergisst im Serotonin-Ueberschwang den Sonnenschutz…..so hiess am Ende statt (Sonnen-) Hut, Haut ab. Doch eins nach dem anderen.
 

Selbstorganisierter Fahrradausflug. Der Radladen hatte bereits geoeffnet und der Preis von 2 Euro/ Mountainbike/Tag haette uns von vorneherein stutzig machen sollen. So war das erste Rad auch schon nach 10 Minuten Diskussion noch vor dem Ladenlokal platt. Das fluchs aufgetriebene Ersatzrad fuhr 300 Meter, bis die Gangschaltung komplett losriss und sich im Hinterrad verfing. Danach ging es dann weiter. Kommen wir also zur landschaftlichen Schoenheit der Gegend rund um Yangshuo. Weithin bekannt fuer die ruhigen Pfade, vorbei an Fluessen und urspruenglichen Dorfsiedlungen. Nun, unser Guide, auf den die Bezeichnung Ersatzradfahrer besser passen sollte, sah das genetisch bedingt anders. Nach einer mehr als halbstuendigen Fahrt durch die zivilisatorischen Errungenschaften der Go West Politik der chinesischen Zentralregierung (4 spurige Strassen durch dichtbesiedeltes Stadtrandgebiet) war er doch recht ueberrascht als wir darum baten auf die etwas abgelegeneren Wege auszuweichen („aber die Strassen sind doch da viel schlechter und man braucht viel laenger“). Im weiteren entsprach die Fahrt dann endlich unseren Vorstellungen, fuehrte darueber hinaus sogar in laengst ueberwundene analen Phasen, in der man als Dreijaehriger grossen Spass daran empfand sich kopfueber in eine Schlammgrube zu schmeissen. So sahen wir danach jedenfalls aus. Zumindest alle, die es nach Hause schafften, denn zwischenzeitlich verloren wir dann noch ein Rad (erneut abgerissene Halterung der Gangschaltung) und eine Fahrerin, die sich bei einem Sturz am Arm verletzte. Erstere Situation konnte dank des mitgefuehrten „Guides“ geloest werden, der sein Rad abgeben und mit dem nicht mehr fahrbereiten anderen Rad nach Hause laufen durfte (ein weitere Grund, warum er auch in Zukunft die Schnellstrassen bevorzugen wird). Bonnie wurde dann mitsamt Fahrrad und Begleiter auf einen LKW verfrachtet und in Richtung Stadt mitgenommen. Vielleicht lag es nicht nur an ihrer Verletzung sondern an Schlagloecher, stechender Sonne und den Unmengen Schlamm, welche sich zwischenzeitlich auf uns verteilten, das seelige Laechelnd und Winken zum Abschied von der LKW –Rampe wirkte auch ein wenig erleichtert.
 

Der wackere Rest schaffte es dann mit Muehen und Hautverbrennungen 3. Grades zurueck zur Homebase, wo sich die lokalen Schuheputzer ihre 10 RMB durch den Einsatz von Zahnbuersten redlich verdienten.
 

Abends wurde der Sieg ueber die Naturgewalt gebuehrend gefeiert. Wobei die Naturgewalt in Form von Reiswein zurueckschlug und manche Teilnehmer erkennen mussten, dass zwei Glas Wein, zumindest wenn er 53% hat, nicht zu unterschaetzen sind. Ueber den Rest schweigt der Erzaehler!
 

Dienstag, 7. April
Heimkehr nach Guilin mit dem angemieteten Minibus. Dem Vorabend geschuldete Mattheit die sich auch im Rahmen der nunmehr bei Sonnenschein in Guilin nachgeholten Besichtigung weltbewegender Felsen („Der Elefantenruesselfelsen fuer dessen Besichtigung Sie soeben 35 RMB gezahlt haben, sieht aus einer anderen Perspektive eher wie eine Maus aus“) verfluechtigte. Allgemein wenig Interesse an einer Reisweinprobe!
 

Nachts ohne Komplikationen aber zu unzumutbarer Zeit zurueck nach Shanghai.
 

Mittwoch, 8. April
Mit Muedigkeit in den Knochen zur Arbeit. Werden fuenf Stunden Schlaf jemals genug sein?
 

Abends Einsatz einer zweistuendigen Revitalisierung dank the one and only JOHN LEGEND -> Grandioses Konzert in ueberschaubarem Konzersaal. War das Warm-Up noch eher mild, benoetigte John Legend lediglich drei Lieder um den Saal zum Kochen zu bringen. Deutlicher Unterschied zwischen den chinesischen Saalwaechtern, welche die Jungmaedelschaar nicht davon zurueckhalten konnte in Massen auf den Mittelgaengen nach vorne zu brechen, und dem geschaetzten 2.10 Baeren und persoenlichen Aufpasser, der hierzu lediglich eine Augenbrauch heben musste.
 

Nach gut zwei Stunden ermuedet nach Hause und die Erkenntnis, dass leider kein Zusammenhang besteht zwischen zu alt fuer die Einladung zur After-Show-
Party und einem Schlafbeduerfnis von weniger als zwei Stunden!
 

Donnerstag, 9. April
Stutziger Blick in die eigene Gedaechtnisfaehigkeit. Kein Eintrag. Sollte dies etwa ein triester und grauer Tag ohne besondere Vorkommnisse in Shanghai gewesen sein. Beginnt die Bedeutungslosigkeit des gemeinen Expatriates an jenem Gruendonnerstag. Doch da, weit gefehlt, beziehungsweise es beginnen die secondment-bedingten Aussetzer. Beruhigend zu wissen, dass man doch gebraucht wird. An diesem Tag fuer einen Business Lunch mit den Kammern, einem Mandantentermin und anschliessender Workshopsitzung bei der EU Kammer und einer verpassten Telefonkonferenz.
 

Das abendliche Karaoke mit der eigenen Gruppe war trotz halbwegs akzeptabler Darbietung von Piano-Man (allerdings verunsichert durch ein abwegiges und voellig unpassendes Begleitvideo, welches eine Gruppe Cheerleader zeigte und den Wunsch aufkommen laesst, in meinem spaeteren Leben solche Videos zu drehen) bereits verdraengt, was der gescheiterten Repertoireerweiterung hinsichtlich chinesischer Titel geschuldet war. Entweder hat es sich noch nicht herumgesprochen oder das unbeabsichtigt schiefe Absingen der chinesischen Nationalhymne wird weniger streng bestraft als die fehlerhafte Aussprache des amerikanischen Bundesstaates Arkansas (http://www.netzwelt.de/forum/plauderecke/24914-schwachsinnige-gesetze-amerika-ablachen.html).
 

Anschliessend doch keine Telefonkonferenz mehr und anstelle dessen ein typischer Abend in der Enoteca, der mit  ladenschlussbedingtem Rauswurf und dem Verzehr der letzten Flasche am Teich endet. Hierfuer meinem tapferen Begleiter herzlichen Dank!
 

Freitag, 10. April
Ein verordneter freier Freitag. Was bei traumhaftem Fruehlingswetter und leichten Kopfschmerzen eher willkommen ist. Trotz des religioesen Feiertages in Deutschland besteht ein gewisser Hang zur Boshaftigkeit: In Freizeitklamotten durch’s XinTianDi gelaufen und der arbeitenden Bevoelkerung beim Cafe Latte (large – extra shot – to  go,  was im juengst bei uns im Gebaeude eroeffneten Coffee Shop schon eingegeben ist, sobald ich morgens die Eingangshalle betrete) entgegengelaechelt.
 

Abends erstmaliger Besuch im Jean George, einem der renomierten und alteingesessenen Bund Restaurants. Schoene Atmosphaere, gutes Essen und vor allem sehr angenehme und entspannte Stimmung mit Familie und Freunden aus Hong Kong.
 

Samstag, 11. April
Tatsaechlich einmal wenig unternommen., Kurzer Abstecher ins Buero, warum grinsen nunmehr mich die Leute an, als sie mich  beim Herauskommen sehen? Gut gepost, denn letztlich nur die letzten Vorbereitungen fuer den naechsten Tag getroffen und die Sporttasche geholt, hehehe
 

Abends auch im Rahmen der Drei-Tage-Regelung doch in erster Linie wegen des Laufs am Sonntag dezent und ruhig zu Hause die Welt gerettet (NCIS, 5. Staffel)
 

 

Sonntag, 12. April
Frueh raus und in der nachbarschaftlichen Neuentdeckung (Baeckerei mit erstaunlich guten Croissants) mit Fruehstueck und Kaffee eingedeckt (unsere Nespresso-Reserven werden langsam knapp, wann kommt Matthias???? :-)
  
Ab 9 Uhr Versammlung in Jinqiao, einer urspruenglich ausserhalb gelegenen Expatriat-Siedlung, die sich dank der Ansiedlung von internationalen Schulen und vor allem Sport- und Gastronomieeinrichtungen langsam zu einem Wochenendeziel hocharbeitet.
 

Hier findet der 8K-Jinqia-Run statt, zu welchem wir in kuerzester Zeit immerhin 28 Teilnehmer an den Start bekommen haben. Das befuerchtete Chaos vor dem Lauf bleibt aus. Irgendwie sind fast alle rechtzeitig fuer’s Gruppenphoto da und selbst das Wetter spielt mit.
Der Lauf ist dann doch anstrengender als gedacht. Die Zeitnahme findet auch nicht statt, was es mir einfacher macht, mir die geschaetzten (und von einem Nachbarn bestaetigten 43 Minuten schoen zu reden). Moment, immerhin habe ich mehrfach fuer Photos angehalten und bin den letzten Kilometer mit Banner gerannt. Ok, ich sage nichts mehr und oute mich endgueltig, dass eine bis dahin liebe Kollegin fragte, warum ich denn unserer Shirt in M bestellt haette.
 

Im Anschluss mit einem Grossteil der Rasselbande ins Blue Frog zum Brunch. Danach noch einen Kaffe im Sonnenschein auf der Wiese. Wird man wirklich spiessig, wenn man sich vorstellen kann, dies oefter zu haben. Naja…..
 

Abends mit Miss I’s Schwester und deren Freunden ins Di Shui Dong zu den Klassikern (Garnelen mit geroestetem Knoblauch, Kuerbiskuechlein, Geschreddertes Haehnchen mit Chilli und geduensteten Kartoffelstreifen).
 

Muskelkater!
 

Montag, 13. April
Ostermontag – Anstelle von Ostereiersuche ein leicht diesiger und regnerischer Tag im Buero. Sollte ich eine Rechtsaenderung in Murphy’s Law verpasst haben und die Verteilung Sonne von Montag bis Freitag und Regen von Samstag bis Sonntag nicht mehr gelten. Vielleicht ist der Wettermacher auch nur mit der Feiertragsregelung durcheinandergekommen.
 

Dienstag, 14. April
Viel zu tun und nur auf den letzten Druecker und in Hektik zum Golfplatz. Mein erster Schritt auf der langen Reise zum Tiger von Puxi. Wiederum boes gebeutelt, da Alan, um gleich den Jargon zu ueben, unser Pro, mich als Beispiel fuer die Haltungsuebung heranzieht, bei der einige auf den Medizinball verzichten koennen. Sowieso ist das Leben hart, ungerecht und es kommt einer Verschwoerung gleich, dass alle bei der Dehnuebung mit den Haenden auf den Boden kommen nur ich nicht. Verdammte Laeufersehnen! Dennoch, grosse Vorsaetze!
 

Mittwoch, 15. April
Relativ normaler Tag im Buero. Abends Einladung des Generalkonsulats zum Konzert der Jugend-Jazz-Band des Landes NRW. Interessantes Setting inmitten einer Mall. Zuschauer starren neugierig von Rolltreppen herab auf die Schar Kulturbeflissener. Nettes Konzert, wobei sich wieder einmal bestaetigt, dass die Welt ein Dorf und der Koelner an sich der Ortsvorsteher ist. Wenigstens kannten die Posaunisten alle Max, der die Gruesse hoffentlich bald ausgerichtet bekommt (jazzige Flaschenpost). Ansonsten gemischtes Publikum und ein Praentator, dessen aus deutscher Sicht witzigster Beitrag seine Riesenhuber-Gedaechtnisfliege war. Ansonsten muss man ihm fliessende Kenntnisse der chinesischen Sprache anerkennen, die hoffentlich witziger waren als der englische Redebeitrag.
 

Erkenntnis, dass knapp ueber drei Jahre Shanghai ausreichen, um a) die Abstinenzbereitschaft abzuschwaechen und b) sich nicht ueber das Mindestmass hinaus auf den Nachveranstaltungen herumzudruecken, nur um den Gratiswein mitzunehmen. Gut, dass es hierzu die Enoteca gibt! Daher Abschluss des Abends mit Atheismusdiskussionen und einer Neuentdeckung im Bereich Sauvignon Blanc.
 

Donnerstag, 16. April
Wer feiern kann, kann auch arbeiten und abends wieder zum Essen und in die Enoteca gehen.

Auch wenn in Shanghai wenige Dinge Bestand haben und beispielsweise das vegetarische Restaurant auf meiner Strasse von heute auf morgen zugemacht hat und inzwischen komplett entkernt ist, so gibt es doch ein paar Orte, die sich nicht zuletzt dank unserer treuen Unterstuetzung halten. Neben dem Goldenen Hirschen, der hier schon so oft erwaehnt wurde, dass wir ihn nicht noch einmal erklaeren wollen, gehoert hierzu sicherlich das Bellagio. Was wie die Pizza-Bude um die Ecke klingt, ist tatsaechlich eine taiwanesische Restaurantkette, die in der Vergangenheit gleichfalls besprochen wurde. Der geneigte Leser mag sich an die modische Kurzhaarfrisur als Einstellungskriterium erinnern, die zwar einen Verstoss gegen das AGG darstellt, im Bellagio aber scheints niemanden interessiert.
 

Hier nahm also auch dieser Abend seinen Anfang, um nur wenige Meter weiter erneut in der Enoteca zu enden. Wieder einmal (nach Siggi’s letztem  Besuch J) ergab sich die Frage, ob die Weinkarte Glas- oder Flaschenpreise nennt.
 

Dies und die anschliessende Geburtstagsfeier einer Freundin der Managerin sorgten erneut fuer einen langen Abend.
 

Freitag, 17. April
Morgens raus und ins Buero um den Computer abzuholen, dann gestresst zum Bahnhof um den Zug nach Suzhou zu erwischen. Bei strahlend schoenem Wetter in die Gartenstadt um dort an einer Fabrikeroeffnung teilzunehmen. Mit 260 Gaesten ein grosser Event mit zahlreichen hochrangigen Vertretern. Erst spaet eine Mitfahrgelegenheit ergattert (DANKE!), dafuer aber nuechtern geblieben und auf eine Cola noch an alte Wirkungsstaetten zurueckgekehrt, an welchen es einmal einen Talent Quest mit Jonglage und Feuerspucken gab. Zugegeben, die brazilianische Samba-Band war besser (selbst wenn der Saenger, so er eines Tages nicht mehr auf der Buehne stehen mag) jederzeit sein Brot als Armin Rohde (Ulf, Kampfname Bierchen) verdienen kann, was fuer die musikalischen mehr als fuer die optischen Reize der Band spricht.
 

 

Fazit: Zwei anstrengende Wochen, welche wenngleich nicht ganz typisch, so doch mit Sicherheit ohne Ponyhof oder Kindergeburtstag verliefen.
 

In diesem Sinne,
 

Party on, Wayne!
 

Die Redaktion

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